Krallenfrösche & Wabenkröten

Krallenfrösche und Wabenkröten gehören zur Familie der Zungenlosen Frösche (Pipidae) und verlassen auch als erwachsene Tiere das Wasser nicht. Zu den afrikanischen Krallenfröschen gehören der häufig in der Forschung eingesetzte etwa 13 cm groß werdende Glatte Krallenfrosch (Xenopus laevis) sowie die beliebten Zwergkrallenfrösche der Gattung Hymenochirus. Das südamerikanische Gegenstück bilden die Wabenkröten, von denen zwei Arten gelegentlich angeboten werden: Die bis 17 cm lange Große Wabenkröte (Pipa pipa) und die kleinbleibende Zwergwabenkröte (P. parva). Neben vielen Nachzuchten werden auch noch Wildfänge (besonders bei Hymenochirus und P. pipa) angeboten. Nach Möglichkeit sollte auf Nachzuchten zurückgegriffen werden. Krallenfrösche und Wabenkröten unterliegen in Deutschland nicht dem Artenschutzrecht.

Geschlechtsunterschiede

Die Unterscheidung der Geschlechter ist schwierig und wenn überhaupt nur bei geschlechtsreifen Tieren möglich. Männliche Zwergkrallenfrösche besitzen in der Paarungszeit vergrößerte Drüsen unterhalb der Achseln; männliche Glatte Krallenfrösche entwickeln Brunstschwielen an den Innenseiten der Arme. Bei Wabenkröten erkennt man Weibchen sicher, wenn sie Eier auf dem Rücken tragen und dieser rucksackartig geschwollen ist.

Verhalten

Krallenfrösche und Wabenkröten zeigen kein ausgeprägtes Revierverhalten. Die Tiere sind untereinander friedlich und können einzeln, paarweise oder in Gruppen gepflegt werden, wobei allerdings auf eine einheitliche Größe zu achten ist, da deutlich kleinere Tiere als Futter angesehen werden könnten.

Krallenfrösche und Wabenkröten sind vorrangig dämmerungs- bis nachtaktiv

Verhaltensgerechte Unterbringung

Da die genannten Arten fast ausschließlich im Wasser leben, eignet sich ein Aquarium zur Haltung, welches für Zwergkrallenfrösche und Zwergwabenkröten mindestens die Maße 60 x 40 x 30 cm und für die größeren Arten 100 x 50 x 50 cm (Länge x Breite x Höhe) für bis zu 4 ausgewachsene Tiere aufweisen sollte.

Wasserwerte für Krallenfrösche: Temperatur 18 - 28 °C, pH-Wert 6,0 - 8,0, Gesamthärte bis 30 °dGH. Für die südamerikanischen Wabenkröten sollte die Temperatur bei mindestens 24 °C, der pH-Wert unter 7,0 und die Härte unter 15 °dGH liegen. Die Wassertemperatur kann über einen Aquarienheizstab oder Thermoaußenfilter gesteuert werden. Ein Heizstab muss so angebracht werden, dass es nicht zu Verbrennungen der Froschlurche kommen kann. Zur Messung der Temperatur ist ein präziser Thermometer erforderlich.

Das Aquarium muss lückenlos abgedeckt (da die Tiere ansonsten herausklettern können, was ihren sicheren Tod bedeutet) und mit einem Aquarienfilter ausgestattet sein. Insbesondere bei den kleineren Arten ist auf eine nicht zu starke Strömung zu achten. Der Wasserstand sollte mindestens 25 cm betragen.

Neben der Atmung über die Haut kommen die Tiere gelegentlich auch zum Atmen an die Wasseroberfläche; daher muss auf ausreichend Abstand zwischen Wasseroberfläche und Deckscheibe geachtet werden. Schwimmpflanzen, Korkstücke oder Wurzeln, die über die Wasserlinie reichen, sind wichtig, um den Tieren Strukturen an der Wasseroberfläche zu bieten. Die Einrichtung sollte ausreichend Rückzugsmöglichkeiten aufweisen; hierzu eignen sich beispielsweise Holzwurzeln, höhlenartige Verstecke sowie dichte Pflanzenbestände. Als Bodengrund empfiehlt sich feiner Sand, da Kies zu Verletzungen der empfindlichen Schleimhäute führen kann. Eine Schwimmpflanzendecke sorgt für die notwendige Abschattung. Krallenfrösche und Wabenkröten dürfen nicht mit Fischen oder Krebstieren (z. B. Garnelen, Flusskrebse) zusammen gepflegt werden, welche die Amphibien verletzen könnten.   

Ernährung

Krallenfrösche und Wabenkröten ernähren sich ausschließlich von tierischer Kost. Bevorzugt wird Lebendfutter gefressen, beispielsweise Regenwürmer in verschiedenen Größen oder rote Mückenlarven. Frostfutter wird ebenfalls gern gefressen. Die großwerdenden Wabenkröten fressen auch Fisch. Der Zoofachhandel bietet auch speziell auf die Bedürfnisse der Krallenfrösche und Wabenkröten abgestimmte Pellets an, welche nach Gewöhnung gut angenommen werden.

Achtung: Die Arten sind nicht sonderlich aktiv und neigen häufig zur Verfettung. Bei erwachsenen Tieren reicht es aus, jeden 2. bis 3. Tag zu füttern.

Pflege

Für den Betrieb eines Aquariums ist immer ein ausreichend dimensionierter Filter erforderlich. Der Filter sollte regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. Die Tiere reagieren teilweise empfindlich auf erhöhte Keimbelastung des Wassers. Ein regelmäßiger, wöchentlicher Teilwasserwechsel von (mind.) 25 % entfernt Schadstoffe und erhöht das Wohlbefinden der Frösche. Regelmäßiges Abmulmen des Bodengrundes trägt ebenfalls zur Reduzierung der Wasserbelastung bei. Für den Wasserwechsel muss temperiertes, abgestandenes Wasser verwendet werden; auf den Einsatz von Wasseraufbereitungsmitteln sollte bei Amphibien allerdings verzichtet werden.

Die für das Wohlbefinden der Frösche wichtigsten Wasserparameter – wie Temperatur, pH-Wert, Ammonium/Ammoniak, Nitrit, Nitrat, Gesamt- und Karbonathärte – sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Der Gesundheitszustand der Tiere muss täglich kontrolliert werden. Die am häufigsten auftretenden Gesundheitsprobleme sind Hautveränderungen sowie Abmagerung oder Verfettung. Bei Auffälligkeiten muss ein amphibienkundiger Tierarzt hinzugezogen werden.

Eingewöhnung und Umgang

Zuhause angekommen, sollte zunächst die Beleuchtung im Aquarium ausgeschaltet werden. Dann kann der Transportbeutel zur Temperaturangleichung 10 - 15 Minuten auf die Wasseroberfläche gelegt werden. Anschließend wird er geöffnet und nach und nach vorsichtig ungefähr so viel Aquarienwasser zugegeben, wie Transportwasser im Beutel ist. Danach können die Tiere behutsam eingesetzt werden. Zur schonenden Eingewöhnung sollte das Licht bis zum nächsten Morgen ausgeschaltet bleiben.

Amphibien sind reine Beobachtungs- und KEINE Streicheltiere! In den ersten Tagen in ihrem neuen Heim benötigen die Tiere entsprechend Ruhe, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Für den Fang der Tiere eignen sich feinmaschige und etwas tiefere Netze. Ein Fangen mit der Hand birgt eine hohe Verletzungsgefahr für die Tiere.

Besonderheiten

Glatte Krallenfrösche wurden jahrzehntelang für Schwangerschaftstests gezüchtet und dadurch weltweit verbreitet. Alle Krallenfrösche gelten als Überträger des gefährlichen Chytridpilzes, der mitverantwortlich für das globale Amphibiensterben ist. Die Tiere selbst sowie Gegenstände und Wasser aus ihrem Aquarium dürfen daher nicht mit anderen Amphibienbeständen in Kontakt kommen.