Pantherchamäleon

Das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) stammt von Madagaskar und umliegenden Inseln, wo es küstennahe Landschaften besiedelt. Trotz guter Nachzuchterfolge stellen Pantherchamäleons – wie alle anderen Chamäleonarten auch – hohe Anforderungen an die Haltung und eignen sich daher nicht für den Einstieg in die Terraristik.

Die Art wird auch noch häufig als Wildfang angeboten. Nach Möglichkeit sollte auf Nachzuchten zurückgegriffen werden. Pantherchamäleons unterliegen dem Artenschutzrecht. Sie sind meldepflichtig und es wird ein Herkunftsnachweis benötigt.

Geschlechtsunterschiede

Männchen besitzen eine verdickte Schwanzwurzel und sind deutlich farbenprächtiger als die meist rosa bis bräunlich gefärbten Weibchen. Erwachsene Männchen sind zudem deutlich größer als die Weibchen. Bei Jungtieren erkennt man Männchen am durchgehenden hellen Längsstreifen, während dieser bei Weibchen unterbrochen ist.

Verhalten

Chamäleons sind strikte Einzelgänger. Mehrere Tiere, egal ob nur Männchen, Weibchen oder gemischtgeschlechtlich, können sich gegenseitig stark unter Stress setzen, ohne dass es zu offensichtlichen Feindseligkeiten kommt. Dies führt jedoch zu erheblichem Leiden und stressbedingten Krankheiten bis hin zum Tod der Tiere. Pantherchamäleons sollten daher immer einzeln gehalten werden.

Pantherchamäleons sind tagaktiv.

Verhaltensgerechte Unterbringung

Die Mindestmaße für das Terrarium sollten für ein erwachsenes Tier 120 x 70 x 120 cm (Länge x Breite x Höhe) betragen. Als wechselwarme Tiere benötigen Pantherchamäleons ein Temperaturgefälle im Terrarium, das es ihnen ermöglicht, ihre optimale Körpertemperatur zu erreichen. Idealerweise werden hierfür die natürlichen Bedingungen mit hellen Sonnenplätzen und kühleren Schattenzonen im Terrarium imitiert. Zu diesem Zweck wird auf einer Seite des Terrariums ein leistungsstarker Wärmestrahler mit UV-Bestandteilen (z. B. eine Metalldampflampe) installiert, der lokal begrenzt eine starke Helligkeit und Erwärmung auf 40 °C gewährleistet. Die restlichen Bereiche können eine Temperatur von 25 - 30 °C aufweisen. In der Nacht muss die Temperatur im Terrarium deutlich absinken, etwa auf 20 °C. Ohne diese notwendige Nachtabsenkung ist eine dauerhaft erfolgreiche Chamäleonhaltung nicht möglich!

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei etwa 60 bis 70 % liegen und darf nach dem Sprühen und nachts auf bis zu 90 % ansteigen. Dies kann durch Besprühen des Terrariums mit lauwarmem Wasser oder den Einsatz einer Beregnungsanlage erzielt werden. Der Bodengrund des Terrariums sollte immer leicht feucht, aber nicht nass sein. Zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind präzise Thermo- und Hygrometer erforderlich.

Da Chamäleons ein hohes Frischluftbedürfnis besitzen, sind großflächige Belüftungsflächen (möglichst die komplette Oberseite des Terrarium plus eine Seitenwand aus Gaze bzw. Gitter) von hoher Bedeutung. Nach dem Sprühen muss das Terrarium innerhalb von etwa 2 Stunden weitgehend abtrocknen können; Staunässe wird nicht vertragen.

Als Grundbeleuchtung eignen sich Leuchtstoffröhren; die Beleuchtungsdauer sollte 10 - 14 Stunden betragen. Chamäleons sind Sonnenanbeter und benötigen eine hohe Lichtintensität und viel UV-Licht. Da die Leuchtmittel mit der Zeit immer weniger UV-Strahlung abgeben (s. Herstellerhinweise), müssen diese regelmäßig ausgetauscht werden. Die Beleuchtung muss unerreichbar für das Chamäleon angebracht sein oder durch einen Gitterkorb gesichert werden (Verbrennungsgefahr!).

Nicht der Belüftung dienenden Terrarienwände sollten mit Kork o. ä. verkleidet sein. Als Einrichtung haben sich waagrecht u. senkrecht angebrachte Klettermöglichkeiten aus Kork, Wurzeln, Ästen, Lianen etc. mit unterschiedlichen Durchmessern bewährt. Als Bodengrund eignet sich Rindenmulch oder anderer saugfähiger Terrarienbodengrund (kein Sand), welcher stets leicht feucht gehalten werden sollte. Bei der Haltung eines Weibchens muss die Höhe des Bodengrunds an einer Stelle mindestens 20 cm betragen, da das Tier auch unverpaart Eier produziert und es bei fehlenden Eiablageplätzen zu einer lebensbedrohlichen Legenot kommen kann. Für Einsteiger in die Chamäleonhaltung empfiehlt sich daher die Pflege eines Männchens. Eine natürliche Bepflanzung mit robusten Pflanzen schafft zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten und sorgt für gleichmäßig erhöhte Luftfeuchtigkeit.

Ernährung

Chamäleons ernähren sich fast ausschließlich von tierischer Kost. Als Futter eignen sich lebende Insekten (Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben etc.), welche mit einem Mineralstoffpräparat bestäubt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Jungtiere sind sehr schnellwüchsig und benötigen daher hohe Futtermengen sowie eine gute Versorgung mit Calcium und UVB-Licht.

Mehlwürmer, Zophobas oder Wachsmotten dürfen wegen des hohen Fettgehaltes nur sparsam verfüttert werden. Eine Fütterung von der Pinzette kann problematisch sein, da die Tiere ihre Nahrung mit der Zunge schießen und sich dabei Verletzungen zuziehen können. Manche Exemplare nehmen auch gelegentlich etwas süßes Obst oder Blätter, z. B. Salat oder Löwenzahn zu sich. Frisches Wasser muss ständig zur Verfügung stehen; da Chamäleons aber meist nicht aus stehendem Wasser trinken, empfiehlt sich die Installation einer Tropftränke im Terrarium oder das tägliche Anbieten von Wasser aus einer Pipette.

Pflege

Futterreste, Häutungen und Kot müssen täglich entfernt werden.

Der Gesundheitszustand muss täglich kontrolliert werden. Pantherchamäleons zeigen ihr Unwohlsein durch eine dunkle oder sehr blasse Färbung an (färben sich aber auch zum Sonnenbad dunkel!). Häufig bei Chamäleons auftretende Gesundheitsprobleme sind eingefallene Augen, Abmagerung, Hautveränderungen und Knochenerweichung. Bei Auffälligkeiten muss ein reptilienkundiger Tierarzt hinzugezogen werden. Einmal jährliche Kotuntersuchungen auf Endoparasiten sind empfehlenswert.

Zur Darmflora von Chamäleons gehören häufig auch Salmonellen, welche für die Tiere harmlos sind, aber beim Menschen zu Erkrankungen führen können. Durch Hygienemaßnahmen (gründliches Händewaschen u. ä.) kann eine Ansteckung vermieden werden.

Eingewöhnung und Umgang

In den ersten Tagen in ihrem neuen Heim benötigen die Tiere viel Ruhe, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Reptilen sind reine Beobachtungs- und KEINE Streicheltiere! Einzelne Individuen können aber sehr zutraulich werden.

Die Tiere sollten nur bei Bedarf gefangen werden. Dies geschieht bei Jungtieren am einfachsten mit einem Gefäß oder Kescher. Größere Tiere können mit der bloßen Hand hinter dem Kopf ergriffen werden. Grundsätzlich dürfen Echsen niemals am Schwanz gehalten oder fixiert werden.

Vorsicht: Große Chamäleons können kräftig zubeißen.

Besonderheiten

Es werden mehrere Lokalformen des Pantherchamäleons gezüchtet, die sich anhand der Männchenfärbung unterscheiden lassen. Während der Sommermonate ist auch eine Außenhaltung in Gazeterrarien möglich, was aufgrund der natürlichen Sonneneinstrahlung häufig zu besonders vitalen Tieren führt.