Sugar Glider / Kurzkopfgleitbeutler

Der Kurzkopfgleitbeutler oder Sugar Glider (Petaurus breviceps) zählt mit zu den kleinsten Beuteltieren. Die Tiere bewohnen Waldgebiete in Australien, Tasmanien und Neuguinea. Namensgebend für die Gruppe der Gleitbeutler, zu der auch der Sugar Glider zählt, ist eine behaarte Flugmembran, die von den Handgelenken bis zu den Knöcheln reicht und den Tieren weite Sprünge von Baum zu Baum ermöglicht.

Zu den weiteren charakteristischen Merkmalen zählen der runde Kopf, die großen Augen und ein fast körperlanger, buschiger Schwanz. Die nachtaktiven Sugar Glider leben in Gruppen und kommunizieren nicht nur über verschiedene Laute, sondern auch über Gerüche. Mithilfe von Sekretdrüsen markieren insbesondere die Männchen intensiv, was einen starken, moschusähnlichen Geruch erzeugt.

Sugar Glieder werden seit vielen Jahren gehalten und regelmäßig nachgezüchtet. In der Zwischenzeit ist neben naturfarbenen Tieren auch eine Vielzahl von Farbvarianten bekannt. Trotz ihres niedlichen Aussehens sind die nachtaktiven Sugar Glider nicht für Anfänger geeignet.

Geschlechtsunterschiede

Erwachsene Männchen wirken etwas bulliger, zudem sind die behaarten Hodensäcke und die Stirndrüse gut zu erkennen. Weibchen besitzen einen Brutbeutel mit einer schlitzförmigen Öffnung.

Verhalten

Die nachtaktiven Sugar Glider leben in Familiengruppen und dürfen keinesfalls einzeln gehalten werden! Möglich sind eine paarweise Haltung oder die Haltung in Gruppen.

Sugar Glider sind überwiegend nachtaktiv und suchen tagsüber Schutz in Höhlen.

Verhaltensgerechte Unterbringung

Gut geeignet für die Haltung von Sugar Glidern sind geräumige Vogelvolieren (Gitterabstand max. 1 cm). Für eine kleine Gruppe von 2 - 5 Tieren muss mindestens 2 m2 Grundfläche und eine Höhe von mindestens 2 m zur Verfügung stehen, beispielsweise 200 x 100 x 200 cm (L x B x H). Für jedes weitere Tiere muss die Grundfläche um 10% erhöht werden.

Die Voliere sollte an einer möglichst ruhigen Stelle ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen und eine Vielzahl von Rückzugs- und Klettermöglichkeiten aufweisen. Hierfür eignen sich beispielsweise Etagen, Äste, Seile und Hängematten. Bei der Einrichtung muss darauf geachtet werden, dass genügend Freiraum bleibt, um den Tieren Sprünge zu ermöglichen. Das namensgebende Gleiten wird im Gehege dagegen so gut wie nie beobachtet. Der Gruppe müssen mehrere Schlafkästen oder Nester zur Verfügung stehen; gerne genutzt werden auch aufgehängte Stoffbeutel. Als Bodengrund kann normale Kleintier- oder Hanfeinstreu, u.U. bedeckt mit trockenem Laub, verwendet werden.

Sugar Glider fühlen sich bei normalen Raumtemperaturen von 18 bis 24 °C am wohlsten. Temperaturen unter 18 °C und über 30 °C müssen vermieden werden.

Zahmen Tieren kann auch ein kontrollierter Freilauf im Zimmer angeboten werden; zuvor müssen jedoch alle Gefahrenquellen entfernt werden!

Ernährung

Sugar Glider benötigen eine kohlenhydrat- und eiweißreiche Ernährung. Ihren Namen verdanken sie ihrer Vorliebe für süße Früchte, die auch einen wichtigen Teil ihres Futters bilden sollten. Neben Bananen, Äpfeln, Melonen, Pfirsichen, Weintrauben und Beeren können beispielsweise auch verschiedene Gemüse, wie Gurken, gereicht werden. Gerne angenommen werden auch Früchte- und Babybrei (mit Wasser, nicht mit Milch zubereiten) sowie Fruchtjoghurt.

Der Bedarf an tierischem Eiweiß (ca. 30 % der Gesamtnahrung) kann über lebende Insekten (z.B. Heuschrecken, Grillen), hochwertiges Katzentrockenfutter sowie hartgekochte Eier, fettarmen Quark oder Joghurt gedeckt werden. Sehr wichtig ist die Deckung des hohen Kalziumbedarfs der Tiere über ein Kalziumpräparat, das über das Obst gestäubt oder in den Brei eingerührt wird. Um die gesunde Darmflora des Sugar Gliders aufrechtzuerhalten, sollte zusätzlich Akaziengummi oder Blütenpollen gefüttert werden. Dieser gehört auch in der Natur zum Nahrungsspektrum.

Auch bei Fütterung mit sehr wasserhaltigem Obst trinken die Tiere regelmäßig; sauberes Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen.

Insbesondere bei den leicht verderblichen Futtermitteln, wie Obst, Joghurt, Breien usw. muss besonders auf Hygiene geachtet werden; idealerweise sollte den Tieren das Futter erst am frühen Abend angeboten und nicht gefressenes Futter täglich entfernt werden.

Pflege

Sugar Glider markieren ihr Revier nicht nur intensiv mit ihren Drüsen, sondern geben auch einen weicheren Kot ab. Daher ist der Pflegeaufwand nicht zu unterschätzen.

Futter- und Trinkwassergefäße müssen täglich, die Voliere und die Einrichtung mindestens einmal wöchentlich gründlich gereinigt und ggf. desinfiziert werden. Dabei wird auch die Einstreu komplett erneuert.

Der allgemeine Gesundheitszustand der Tiere muss täglich, das Gewicht möglichst wöchentlich kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen bei Sugar Glidern sind Haut- und Fellveränderungen, Augenprobleme, Schnupfensymptome, Durchfall, Futterverweigerung, Abmagerung, Apathie und Bewegungsstörungen. Bei Auffälligkeiten sollte ein kleinsäugererfahrener Tierarzt hinzugezogen werden.

Eingewöhnung und Umgang

Die meisten Sugar Glider sind recht neugierig, benötigen jedoch in den ersten Tagen in ihrer neuen Umgebung noch viel Ruhe. Danach kann der Halter über Leckerbissen Kontakt zu den Tieren aufnehmen und ihr Vertrauen gewinnen. Ein kontrollierter Freilauf in der Wohnung ist bei zahmen Exemplaren möglich. Dabei müssen sie vor allen potenziellen Gefahrenquellen, wie beispielsweise Elektrokabeln, Zimmerpflanzen oder anderen Haustieren geschützt sowie das Nageverhalten der Tiere und deren Geschick beim Klettern sowie dem Verschwinden auch in kleinsten Lücken, berücksichtigt werden.

Sugar Glider lassen sich aufnehmen, indem man mit beiden Händen eine Höhle bildet oder sie in ein Gefäß (z. B. Transportbox) dirigiert. Sie können tagsüber vorsichtig mit einer Pappröhre, einem Kescher oder dem gesamten Schlafhaus in eine Transportbox überführt werden. Die Tiere dürfen nicht am Schwanz hochgehoben werden! 

Besonderheiten

Sugar Glider werden zwischenzeitlich in einer Vielzahl von Farbschlägen gezüchtet.