Sibirisches Streifenhörnchen

Das Sibirische Streifenhörnchen oder Burunduk (Tamias sibiricus) wird seit den 1960er Jahren in Deutschland gezüchtet. Das Verhalten der flinken Nager entspricht jedoch noch immer dem eines Wildtieres, auch wenn es bereits erste Farbvarianten gibt. Es gibt in Deutschland freilebende Populationen des Streifenhörnchens, daher unterliegen sie als "heimische" Art dem Artenschutzrecht.

Das Sibirische Streifenhörnchen wird auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung (Unionsliste) der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 geführt. Es unterliegt Handels-, Besitz- und Transportverboten.

Geschlechtsunterschiede

Der Abstand zwischen Geschlechtsöffnung und After ist beim männlichen Streifenhörnchen deutlich größer als beim Weibchen. Bei geschlechtsreifen Männchen sind meist auch die Hoden gut zu erkennen.

Verhalten

Tagaktiv, besonders morgens und in den Abendstunden.

Verhaltensgerechte Unterbringung

Streifenhörnchen sind nach dem Erreichen der Geschlechtsreife strikte Einzelgänger und treffen sich auch in der Natur nur zur Paarung. Um Revierkämpfe zu vermeiden, sollte daher auch immer nur ein Tier pro Voliere gehalten werden. Streifenhörnchen klettern und springen gern und brauchen daher viel Platz, um sich entsprechend bewegen zu können. Die Haltung in Innenvolieren ist zwar möglich, es sollte aber auch dann ein angrenzendes Außengehege zur Verfügung stehen. Besser ist die dauerhafte Außenhaltung in einer Voliere mit einer Grundfläche von mind. 0,6 m² für ein Streifenhörnchen, wobei die Länge und Höhe mind. 1 m (besser höher) betragen sollte. Die Voliere muss zur Hälfte im Schatten liegen und über eine frostfreie Überwinterungsmöglichkeit verfügen. Die Gitterweite sollte 1,5 cm (zur Zucht 0,6 – 0,8 cm) nicht überschreiten.

Die Voliere muss nach unten über einen Grabschutz verfügen. Naturboden kommt dem Buddeltrieb des Hörnchens entgegen. Alternativ kann mit Kleintier- oder Hanfstreu eingestreut werden. Die Einrichtung muss für das kletterfreudige Streifenhörnchen die ganze Höhe der Voliere einbeziehen. Ebenen, Rampen, Leitern, Seile, Kletterstangen, Schaukeln und Naturäste in verschiedenen Dicken können eingesetzt werden. Abwechslung ist für die bewegungsfreudigen Hörnchen extrem wichtig! Als weitere Beschäftigungs- und Nagematerialien können belaubte Zweige, Heu, Stroh, Rinde und Karton Verwendung finden. Auch ein tierschutzgerechtes Laufrad mit mind. 30 cm Durchmesser oder ein Laufteller werden gerne genutzt. Rückzugsmöglichkeiten, wie z.B. Holzhäuschen, sollten in Bodennähe angebracht werden. Zellstoff, Heu und Stroh wird gerne für den Nestbau angenommen. Ein Sandbad mit Chinchillasand dient der Fellpflege. Futter- und Wassergefäße sowie das Sandbad werden auf einer erhöhten Ebene standsicher angeboten. Laufräder mit offener Sprossenlauffläche, zu kleine oder achsseitig nicht geschlossene Laufräder sowie zu kleine Käfige gelten als tierschutzwidrig.

Ernährung

Sibirische Streifenhörnchen sind Gemischtköstler mit einem hohen Energiebedarf. Ihre Ernährung setzt sich zusammen aus kleinen und größeren Sämereien (z.B. Getreide, Sonnenblumenkerne, Mais, Hirse, Nüsse), von denen ein Tier pro Tag etwa 1 Esslöffel erhält, sowie Frischfutter (Obst, Gemüse) und tierisches Eiweiß in Form von z.B. lebenden oder getrockneten Insekten oder Katzentrockenfutter. Sauberes Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen.

Pflege

Futter- und Trinkwassergefäße sowie Kot- und Urinecken müssen täglich, das Gehege und die Einrichtung mindestens einmal wöchentlich gründlich gereinigt und ggf. desinfiziert werden. Dabei wird auch die Einstreu erneuert.

Streifenhörnchen führen bei sinkenden Temperaturen und abnehmender Tageslänge – auch bei Innenhaltung – eine Winterruhe durch. Dies sollte den Tieren ermöglicht werden, kann aber lebensbedrohlich sein, wenn den Tieren nicht durch die Gabe von mehr, energiereicherem Futter im Herbst die Möglichkeit geboten wird, sich Winterfett anzufressen sowie Vorräte anzulegen. Nur gesunde Tiere dürfen überwintert werden.

Der allgemeine Gesundheitszustand des Streifenhörnchens muss normalerweise täglich, während der Winterruhe wöchentlich, kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen sind Gewichtsverlust, verändertes Fress- und Trinkverhalten, Haut- und Fellveränderungen, Atembeschwerden, Apathie, Abmagerung sowie Durchfall. Bei Auffälligkeiten muss der Tierarzt hinzugezogen werden.

Eingewöhnung und Umgang

Sibirische Streifenhörnchen sind sehr agile Tiere, die noch typisches Wildverhalten zeigen. Ein Streifenhörnchen benötigt zur Eingewöhnung in den ersten Tagen in seiner neuen Umgebung viel Ruhe, da es sonst mit Stress und Hektik reagiert. Danach kann der Halter versuchen, über Leckerbissen Kontakt zu dem Tier aufzunehmen und sein Vertrauen zu gewinnen. Ein Freilauf in der Wohnung ist bei den flinken und scheuen Kletterern nicht empfehlenswert, da das notwendige Einfangen das Vertrauen des Tieres zum Menschen wieder zerstört.

Wenn ein Sibirisches Streifenhörnchen eingefangen werden muss, so geschieht dies am besten durch die vorherige Gewöhnung an eine Transportbox mit Hilfe von Leckerbissen. Alternativ kann das Hörnchen mit einem feinmaschigen Fangkescher eingefangen und anschließend im Schulterbereich (Schultergürtelgriff) fixiert werden. Vorsicht: Die Tiere können kräftig zubeißen! Am empfindlichen Schwanz dürfen die Tiere nie gehalten werden. Für Kinder sind Streifenhörnchen nur zur Beobachtung geeignet.

Besonderheiten

Es existieren verschiedene Farbformen des Sibirischen Streifenhörnchens. Albinos sind besonders lichtempfindlich.