Malawisee-Buntbarsche

Der Malawisee liegt im Süden des ostafrikanischen Grabenbruchsystems und ist für seinen Artenreichtum an maulbrütenden Buntbarschen bekannt, bei denen die Weibchen die Eier mindestens bis zum Schlupf der relativ großen Jungtiere im Maul behalten. Die häufig gepflegten Buntbarsche des Malawisees lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen: Mbunas (Felsenbuntbarsche) und Nicht-Mbunas.

Mbunas sind Aufwuchsfresser, die einen erhöhten pflanzlichen Anteil in der Nahrung benötigen. Hierzu gehören u.a. der Türkisgoldbarsch (Melanochromis auratus), der "Yellow"-Buntbarsch (Labidochromis caeruleus) und die "Pseudotropheus"-Gruppe (z.B. Malawi-Zebrabuntbarsch P. zebra). Die bekanntesten Vertreter der Nicht-Mbunas sind die Kaiserbuntbarsche der Gattung Aulonocara.

Geschlechtsunterschiede

Sind abhängig von der Art. Bei einigen Arten sind die Männchen deutlich farbintensiver (z.B. Aulonocara). Die meisten gepflegten Arten sind Maulbrüter, bei denen die Männchen auf der Afterflosse sog. „Eiflecken“ besitzen. Bei manchen Gattungen ist dieses Merkmal allerdings bei beiden Geschlechtern vorhanden; dann kann man bei ausgewachsenen Tieren die Männchen anhand der länger ausgezogenen Rücken- und Afterflossen erkennen. 

Verhalten

Fast alle Arten der Malawisee-Buntbarsche sind territorial und relativ aggressiv. Die meisten Malawiseebuntbarsche sollten daher im Harem (ein Männchen mit mehreren Weibchen) gepflegt werden. Unterdrückte Männchen von z. B. Kaiserbuntbarschen nehmen die Weibchenfärbung an und werden dann in der Gruppe geduldet.

Malawiseebuntbarsche sind i.d.R. tagaktiv; die Beleuchtungsdauer sollte zwischen 8 und maximal 10 Stunden liegen.

Verhaltensgerechte Unterbringung

Ernährung

Mbuna-Felsenbuntbarsche benötigen einen hohen Anteil an pflanzlicher Nahrung (Algen, z. B. Spirulina, pflanzliche Flocken, Futtertabletten,…). Tierische Nahrung sollte in Form von Frost- oder Lebendfutter regelmäßig, aber in Maßen geboten werden. Nicht-Mbunas ernähren sich i.d.R. ausschließlich karnivor, also fleischfressend, und können mit Lebend-, Frost- oder Flockenfutter gefüttert werden. 

Pflege

Für den Betrieb eines Aquariums ist immer ein ausreichend dimensionierter Filter erforderlich. Der Filter sollte regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. Ein regelmäßiger, wöchentlicher Teilwasserwechsel von (mind.) 25 % entfernt Schadstoffe und erhöht das Wohlbefinden der Fische. Regelmäßiges Abmulmen des Bodengrundes trägt ebenfalls zur Reduzierung der Wasserbelastung bei. Für den Wasserwechsel muss temperiertes Wasser verwendet werden; auch der Einsatz von schleimhautschützenden Mitteln kann sinnvoll sein.

Die für das Wohlbefinden der Fische wichtigsten Wasserparameter – wie Temperatur, pH-Wert, Ammonium/Ammoniak, Nitrit, Nitrat, Gesamt- und Karbonathärte – sollten regelmäßig selbst zu Hause, im Zoofachhandel oder durch einen fischkundigen Tierarzt kontrolliert werden.

Der Gesundheitszustand der Tiere muss täglich, beispielsweise bei der Fütterung, kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen sind Flossenschäden, Hautveränderungen (Pünktchen, Beläge, rote Flecken) sowie hektische und unkoordinierte Bewegungen. Bei Auffälligkeiten muss ein fischkundiger Tierarzt hinzugezogen werden.

Eingewöhnung und Umgang

Zuhause angekommen, sollte zunächst die Beleuchtung im Aquarium ausgeschaltet werden. Dann kann der Transportbeutel zur Temperaturangleichung ca. 10 Minuten auf die Wasseroberfläche gelegt werden. Anschließend wird er geöffnet und innerhalb von 5 - 10 Minuten nach und nach vorsichtig ungefähr so viel Aquarienwasser zugegeben, wie Transportwasser im Beutel ist. Danach können die Fische behutsam eingesetzt werden (idealerweise ohne Transportwasser).

Sind bereits revierbildende Fische im Aquarium, so können diese durch eine Fütterung von den Neuankömmlingen abgelenkt werden. Zur schonenden Eingewöhnung sollte auch das Licht bis zum nächsten Morgen ausgeschaltet bleiben.

Sonstiges

Wasserwerte: Temperatur meist 22 - 28 °C. pH-Wert 7,0 - 8,0. Gesamthärte 10 - 25 °dGH.

Besonderheiten

Es gibt eine große Vielzahl an Fundort-(Farb)Varianten sowie Kreuzungen (Hybriden) zwischen verschiedenen Malawiseebuntbarschen. Wichtig ist eine korrekte Benennung der gehandelten Formen, um eine unabsichtliche Vermischung zu vermeiden. Aufgrund der großen Vielfalt, welche im Zoofachhandel anzutreffen ist, ist es besonders wichtig, detaillierte Informationen aus weiterführender Fachliteratur einzuholen.

Achtung: Wie alle Buntbarsche besitzen auch diese Arten kräftige Flossenstrahlen, mit denen sie sich beim Fang in grobmaschigen Netzen verhaken können. Daher sollten die Tiere nur mit feinmaschigen Keschern gefangen werden.