Sterlet

Störe gehören zu den urtümlichsten Fischarten unserer Erde und werden nicht zu Unrecht als lebende Fossilien bezeichnet. Auffällig ist langgestreckter Körperbau mit den deutlich ausgeprägten Knochenplatten auf dem Rücken und den Körperseiten, ihre haiähnliche Schwanzflosse sowie ihr unterständiges Maul mit Barten. Störe sind Dauerschwimmer, die sich bevorzugt am Boden aufhalten. Nur die wenigsten der heute bekannten über 20 Arten sind reine Süßwasserbewohner; die meisten leben als geschlechtsreife Tiere im Meer- oder Brackwasser und wandern zum Laichen ins Süßwasser.

Der Sterlet (Acipenser ruthenus) ist der am häufigsten im Handel angebotene Vertreter der urtümlichen Störe. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt in Westasien, wo er im Süß- und Brackwasser lebt. Alle Störe – auch der Sterlet – eignen sich nicht für die Haltung in Aquarien und auch nur bedingt für die Teichhaltung, da sie hohe Anforderung an die Wassertemperatur und die Strömung stellen.

Geschlechtsunterschiede

Geschlechtsreife Weibchen werden bei Laichansatz deutlich fülliger.

Verhalten

Die vorrangig tagaktiven Sterlets können einzeln oder in der Gruppe gepflegt werden.

Verhaltensgerechte Unterbringung

Sterlets sind u. a. aufgrund ihrer Größe nicht für die Aquarienhaltung geeignet. Sie sind ruhelose Dauerschwimmer, welche ständig den Boden nach Nahrung absuchen. Daher benötigen Sterlets große Teiche ab 30 m³ Wasservolumen. Die Tiefe muss mindestens 1,20 m betragen, um auch im Sommer kühle Temperaturen in den tieferen Wasserschichten zu garantieren. Eine starke Strömung kommt den Bedürfnissen der Sterlets entgegen. Handelt es sich nicht um einen Naturteich, so sollte der Boden mit feinem Sand oder Teicherde bedeckt sein, um den Fischen ihr natürliches Verhalten mit gründelnder Nahrungssuche zu ermöglichen. Auf dichte Pflanzenbestände sollte verzichtet werden, da Sterlets sich leicht in den Pflanzen verfangen und verenden.

Eine Vergesellschaftung mit Koi sollte unterbleiben, da Sterlets auch im Winter aktiv sind und die Koi während ihrer Ruhephase stören. Darüber hinaus sind gehaltvolle Störpellets nicht für Koi geeignet. Kleinere Fische werden u.U. von den Sterlets gefressen.

Ernährung

Sterlets ernähren sich ausschließlich von tierischer Nahrung. Sie benötigen energiereiches Futter, wie beispielsweise Störpellets, fressen aber auch gerne Insektenlarven, Schnecken und Muscheln. Da Sterlets ganzjährig aktiv sind, müssen sie auch bei Temperaturen unter 10 °C weiter gefüttert werden. 

Pflege

Ein Teich für Sterlets muss über einen leistungsstarken Filter mit Strömungspumpe verfügen. Der Filter sollte regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. Regelmäßig, insbesondere im Herbst vor dem Zufrieren, sollten Laub und Mulm vom Teichboden entfernt werden, um die Wasserbelastung und Sauerstoffzehrung zu reduzieren. Vor dem ersten Frost muss der Teichfilter gereinigt und außer Betrieb genommen werden. Eisfreihalter bilden eine eisfreie Zone und garantieren den Gasaustausch des Wassers auch bei Minustemperaturen. Im Winter ist bei der notwendigen Strömung darauf zu achten, dass durch die Zirkulation nicht der komplette Wasserkörper durchfriert.

Die für das Wohlbefinden der Fische wichtigsten Wasserparameter – wie Temperatur, pH-Wert, Ammonium/Ammoniak, Nitrit, Nitrat, Gesamt- und Karbonathärte – sollten regelmäßig selbst zu Hause, im Zoofachhandel oder durch einen fischkundigen Tierarzt kontrolliert werden.

Der Gesundheitszustand der Tiere muss täglich, beispielsweise bei der Fütterung, kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen bei Sterlets sind erhöhte Atemfrequenz, Schwimmen an der Wasseroberfläche, Flossenschäden und Hautveränderungen (Pünktchen, Beläge, rote Flecken). Bei Auffälligkeiten muss ein fischkundiger Tierarzt hinzugezogen werden.

Eingewöhnung und Umgang

Zuhause angekommen, wird der Beutel mit dem Sterlet zur Temperaturangleichung 10 - 15 Minuten auf die Teichoberfläche gelegt werden (direkte Sonneneinstrahlung vermeiden). Anschließend wird er geöffnet und nach und nach vorsichtig ungefähr so viel Teichwasser zugegeben, wie Transportwasser im Beutel ist. Danach können die Fische behutsam eingesetzt werden. 

Sonstiges

Wasserwerte: Temperatur 4 - 20 °C. pH-Wert 6,0 – 8,0. Gesamthärte bis 20 °dGH. Dauerhaft hohe Temperaturen führen zu Sauerstoffmangel und Stress und können die Tiere daher schädigen!

Besonderheiten

Alle Störarten stehen in Deutschland unter Artenschutz; es besteht allerdings keine Meldepflicht. Ein Herkunftsnachweis (z. B. Kaufbeleg) ist ausreichend.

Beim Umgang mit größeren Tieren ist Erfahrung und Vorsicht notwendig; die Tiere können mit ihren scharfen Hautknochenplatten teils schwere Verletzungen verursachen.

Es gibt im Handel auch unpigmentierte Albino-Sterlets, welche dieselben Haltungsansprüche stellen.