Beliebte asiatische Agamen

Zu den Agamen gehören viele verschiedene südostasiatische Gattungen, die ähnliche Haltungsanforderungen stellen. Häufiger im Zoofachhandel anzutreffen sind - neben der in einem eigenen Steckbrief vorgestellten Wasseragame - u. a. die Chinesische Bergagame (Japalura splendida), der Grüne Nackenstachler (Acanthosaura capra), der Bunte Nackenstachler (A. lepidogaster), die Blutsaugeragame (Calotes versicolor) sowie die Große Winkelkopfagame (Gonocephalus grandis). Die genannten Arten unterliegen in Deutschland nicht dem Artenschutz. Auf den Kauf von Wildfängen sollte zugunsten von Nachzuchten stets verzichtet werden. 

Geschlechtsunterschiede

Geschlechtsreife Männchen besitzen eine verdickte Schwanzbasis. Männliche Winkelkopfagamen haben einen deutlich ausgeprägten Nacken- und Rückenkamm und sind prächtiger gefärbt. 

Verhalten

Die tagaktiven Tiere können einzeln gehalten werden. Eine Haltung von Paaren oder kleinen Harems (ein Männchen mit 2 - 4 Weibchen) ist dauerhaft nur in sehr großen, gut strukturierten Terrarien möglich. Männliche Tiere sind untereinander unverträglich und zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten. Treten bei einer Vergesellschaftung Aggressionen auf, müssen die Tiere unverzüglich und erfahrungsgemäß dauerhaft getrennt werden!

Verhaltensgerechte Unterbringung

Da die Tiere viel klettern und in der Lage sind weit zu springen, sind zur Pflege möglichst große Terrarien empfehlenswert. Ein Terrarium mit mindestens 100 x 80 x 100 cm (L x B x H) kann für die Pflege der kleineren Arten verwendet werden. Für jedes weitere Tier muss die Grundfläche um mind. 15 % vergrößert werden. Im Interesse der Tiere sind jedoch größere Terrarien zu empfehlen. 

Als wechselwarme Tiere benötigen Agamen ein Temperaturgefälle im Terrarium, das es ihnen ermöglicht, ihre optimale Körpertemperatur zu erreichen. Idealerweise werden hierfür die natürlichen Bedingungen mit hellen Sonnenplätzen und kühleren Schattenzonen im Terrarium imitiert. Zu diesem Zweck wird auf einer Seite des Terrariums ein Wärmestrahler mit UV-Bestandteilen installiert, der lokal begrenzt eine Erwärmung auf 30 °C gewährleistet. Die übrigen Bereiche können artabhängig eine Temperatur von 20 - 26 °C aufweisen. In der Nacht sollte die Temperatur im Terrarium auf etwa 18 - 20 °C sinken. Die Grundtemperatur kann über die Raumtemperatur oder mit Heizmatten erzeugt werden. Heizmatten sollten immer außerhalb des Terrariums installiert werden. Mit ihnen können der Boden (maximal ein Drittel der Bodenfläche!) oder die Terrarienwände erwärmt werden; mithilfe eines Thermocontrollers kann die Heizmatte gesteuert werden.

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei etwa 70 - 80 % liegen und kann nachts auf über 95 % ansteigen. Sie kann durch Besprühen des Terrariums mit lauwarmem Wasser oder den Einsatz einer Beregnungsanlage erzielt werden. Zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind präzise Thermo- und Hygrometer erforderlich.

Die genannten Agamen benötigen eine hohe Lichtintensität und viel UV-Licht, aber auch Schattenplätze. Da die Leuchtmittel mit der Zeit immer weniger UV-Strahlung abgeben (s. Herstellerhinweise), müssen sie regelmäßig ausgetauscht werden. Die Beleuchtung muss unerreichbar für die Echsen angebracht sein (Achtung: Normales Glas ist UV-B-undurchlässig!) oder die Tiere durch einen Gitterkorb vor Verbrennungen geschützt werden. Die Beleuchtungsdauer sollte 10 - 14 Stunden betragen.

Für die oft scheuen Tiere sollten Seiten- und Rückwände des Terrariums als Sichtschutz mit Kork o. ä. verkleidet sein. So kann ein Aufschlagen bzw. Aufreiben der Schnauzenregion verhindert werden. Als Einrichtung haben sich waagrecht und senkrecht angebrachte Klettermöglichkeiten und Liegeflächen aus Kork, Wurzeln, Ästen etc. bewährt. Eine große Wasserschale muss immer angeboten werden. Bei der Haltung von Berg- und Blutsaugeragamen sollte ein großer, beheizter Wasserteil vorhanden sein; alternativ ist auch die Pflege in einem Aquaterrarium möglich. Als Bodengrund eignet sich im Terrarium Rindenmulch oder anderer saugfähiger Terrarienbodengrund (kein Sand!), welcher stets leicht feucht (aber nicht nass!) gehalten werden muss. Weiblichen Tieren muss eine geeignete Eiablagemöglichkeit angeboten werden. Eine natürliche Bepflanzung mit robusten Pflanzen schafft zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten und sorgt für eine gleichmäßig erhöhte Luftfeuchtigkeit.

 

 

Ernährung

Die genannten Arten ernähren sich ausschließlich von tierischer Kost. Geeignete Futtermittel sind lebende Insekten (Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben etc.), welche mit einem Mineralstoffpräparat bestäubt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Mehlwürmer, Zophobas oder Wachsmotten sollten wegen des hohen Fettgehaltes nicht verfüttert werden. Frisches Wasser muss ständig zur Verfügung stehen.

Jungtiere sollten täglich gefüttert werden; bei erwachsenen Exemplaren sind 2 - 3 Fütterungen in der Woche ausreichend.

Pflege

Futterreste, Häutungen und Kot müssen täglich entfernt werden. Der Gesundheitszustand der Tiere muss täglich kontrolliert werden. Häufig bei Agamen auftretende Gesundheitsprobleme sind Verletzungen im Maulbereich, Abmagerung, Kotveränderungen und Knochenerweichung. Bei Auffälligkeiten muss ein reptilienkundiger Tierarzt hinzugezogen werden. Einmal jährliche Kotuntersuchungen auf Endoparasiten sind empfehlenswert.

Zur Darmflora von Reptilien gehören häufig auch Salmonellen, welche für die Tiere harmlos sind, aber beim Menschen zu Erkrankungen führen können. Durch Hygienemaßnahmen (gründliches Händewaschen u. ä.) kann eine Ansteckung vermieden werden.

Eingewöhnung und Umgang

In den ersten Tagen in ihrem neuen Heim benötigen die Tiere entsprechend Ruhe, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Reptilen sind reine Beobachtungs- und KEINE Streicheltiere!

Die Tiere sollten nur bei Bedarf gefangen werden. Dies geschieht bei Jungtieren am einfachsten mit einem Gefäß oder Kescher. Größere Tiere können mit der bloßen Hand hinter dem Kopf ergriffen werden. Grundsätzlich dürfen Echsen niemals am Schwanz gehalten oder fixiert werden.

Besonderheiten

Viele asiatische Agamen sind Lauerjäger, die sich hervorragend tarnen können und sich zusätzlich dem Blick des Betrachters entziehen, indem sie sich stets auf der abgewandten Seite eines senkrechten Astes positionieren.