Chinesische Rotbauchunke

Die attraktiv gefärbte Chinesische Rotbauchunke (Bombina orientalis) zählt zu den häufiger gehalten Amphibienarten. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst weite Teile Ostasiens, von Korea über Nordostchina bis nach Ostsibirien, wo sie bevorzugt in (flachen) Kleinstgewässern ohne nennenswerte Strömung lebt. Die Chinesische Rotbauchunke lässt sich leicht nachzüchten, wird aber auch noch häufig als Wildfang angeboten. Nach Möglichkeit sollte auf Nachzuchten zurückgegriffen werden.

Aufgrund der Verwechslungsgefahr mit der (meist unscheinbarer gefärbten) einheimischen, artengeschützten Rotbauchunke unterliegt die Chinesische Rotbauchunke in Deutschland auch dem Artenschutzrecht. Die Tiere sind nicht meldepflichtig; ein Herkunftsnachweis wird jedoch benötigt.

Geschlechtsunterschiede

Die Unterscheidung der Geschlechter ist nur bei geschlechtsreifen Tieren möglich. Die Schwimmhäute der Männchen reichen bis zu den Zehenspitzen; bei den meist kräftigeren Weibchen sind sie weniger gut ausgebildet. Paarungsbereite Männchen rufen ausdauernd und bilden deutlich sichtbare Brunftschwielen an den Vorderbeinen aus.

Verhalten

Rotbauchunken zeigen kein ausgeprägtes Sozialverhalten. Die Tiere sind untereinander friedlich und können einzeln, paarweise oder in Gruppen gepflegt werden. Rotbauchunken haben keine ausgeprägten Aktivitätszeiten und können daher auch gut tagsüber beobachtet werden.

Verhaltensgerechte Unterbringung

Da Rotbauchunken eine sehr ans Wasser gebundene Lebensweise führen, eignen sie sich für die Haltung in einem Terrarium mit großem Wasserbecken, in einem Aquaterrarium oder sogar in einem Aquarium mit Landteil. Der Behälter sollte für bis zu 4 ausgewachsene Tiere die Maße 60 x 40 x 50 cm (Länge x Breite x Höhe) nicht unterschreiten. Ungefähr die Hälfte der Fläche sollte als Landteil ausgestaltet werden.

Das Aquarium muss lückenlos abgedeckt sein, da die Tiere gute Kletterer sind. Zur Beleuchtung sind Leuchtstoffröhren mit einer täglichen Leuchtdauer von 10 bis 12 Stunden geeignet. Die Einrichtung des Landteils sollte ausreichend Rückzugsmöglichkeiten aufweisen; hierzu eignen sich beispielsweise Wurzeln und höhlenartige Verstecke (z. B. Kokosnussschalen). Als Bodengrund empfiehlt sich für den Landteil ein saugfähiges Substrat (z. B. Kokossubstrat, Terrarienerde oder Moos), welches stets leicht feucht (aber nicht nass) gehalten werden sollte. Eine natürliche Bepflanzung bietet weitere Versteckmöglichkeiten und erhöht die Luftfeuchtigkeit. Wasser- und Schwimmpflanzen bieten den Unken Halt im Wasserteil; ein leicht zu bewältigender Ausstieg aus dem Wasser (beispielsweise über flache Steine oder Wurzeln) muss vorhanden sein. Als Bodengrund eignet sich Sand oder abgerundeter Aquarienkies. Leicht aus dem Wasser ragende Steine oder Wurzeln werden gerne angenommen.

Die Luft- und Wassertemperatur sollte tagsüber bei 23 bis 25 °C liegen und nachts auf etwa 20 °C absinken. Die Wassertemperatur kann über einen Aquarienheizstab oder Thermoaußenfilter geregelt werden. Ein Heizstab muss so angebracht werden, dass es nicht zu Verbrennungen der Froschlurche kommen kann. Die Luftfeuchtigkeit darf 60 % nicht unterschreiten und sollte nachts auf über 80 % ansteigen. Zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind präzise Thermo- und Hygrometer erforderlich. Weitere Wasserwerte: pH-Wert 6,0 - 8,0, Gesamthärte bis 30 °dGH.

Chinesische Rotbauchunken dürfen nicht mit Fischen oder Krebstieren (z. B. Flusskrebse) zusammen gepflegt werden, welche die Amphibien verletzen könnten.

Chinesische Rotbauchunken führen in der Natur eine Winterruhe durch, während der die Tiere sich zurückziehen und i. d. R. kein Futter aufnehmen. Zur gezielten Überwinterung können Temperatur und Beleuchtungsdauer im Herbst stufenweise reduziert werden. Bei Temperaturen von etwa 10 °C überwintern die Tiere dann für die Dauer von 1 - 2 Monaten; anschließend werden stufenweise wieder normale Haltungsbedingungen hergestellt. Vor Beginn der Winterruhe sollte der Gesundheitszustand der Tiere mittels einer tierärztlichen Kotuntersuchung kontrolliert werden.

Ernährung

Rotbauchunken ernähren sich bevorzugt von lebenden Insekten (Heimchen, Grillen, Fliegen) und Würmern (kleine Regenwürmer), welche auf dem Landteil des Terrariums angeboten werden. Die regelmäßige Gabe eines Mineralstoffpräparats sorgt für gesunde Knochen.

Achtung: Da Rotbauchunken meist nicht sehr aktiv sind, neigen sie zur Verfettung. Bei erwachsenen Tieren reicht es aus, jeden 2. bis 3. Tag zu füttern.

Pflege

Futterreste und Kot müssen täglich entfernt werden. Der Zustand des Wasserteils muss ebenfalls täglich kontrolliert werden und das Wasser bei Verschmutzungen komplett erneuert sowie in regelmäßigen Abständen ein Teilwasserwechsel vorgenommen werden. Auf die Verwendung von Wasseraufbereitungsmitteln sollte bei Amphibien verzichtet werden. Durch den Einsatz eines Aquarienfilters kann die Wasserqualität verbessert und das Wasserwechselintervall verlängert werden.

Der Gesundheitszustand der Tiere muss täglich kontrolliert werden. Häufig bei Rotbauchunken auftretende Gesundheitsprobleme sind Hautveränderungen, Knochenerweichung sowie Abmagerung oder Verfettung. Bei Auffälligkeiten muss ein amphibienkundiger Tierarzt hinzugezogen werden.

Eingewöhnung und Umgang

Amphibien sind reine Beobachtungs- und KEINE Streicheltiere! In den ersten Tagen in ihrem neuen Heim benötigen die Tiere entsprechend Ruhe, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Falls erforderlich sollten die Tiere nicht mit der Hand, sondern mit Hilfe von Plastikdöschen o. ä. gefangen werden.

Besonderheiten

Chinesische Rotbauchunken eignen sich NICHT für die Haltung im Gartenteich, da sie entweder den Winter nicht überleben oder die Gefahr der Faunenverfälschung durch abwandernde Tiere besteht. Gelegentlich werden auch abweichende Farbformen angeboten (z. B. Albinos, blaue, gelbe oder rosa Tiere), deren Haltung sich nicht von der normalgefärbter Tiere unterscheidet.