Königspython

Der Königspython (Python regius) gehört trotz seiner geringen Endgröße zu den Riesenschlangen und stammt ursprünglich aus Westafrika. Die Art wird in Deutschland in verschiedenen Farbformen gezüchtet; es werden jedoch auch noch viele Farmzuchten eingeführt. Königspythons unterliegen in Deutschland dem Artenschutzrecht. Die Tiere sind zwar nicht meldepflichtig, ein Herkunftsnachweis wird jedoch benötigt. In einigen Bundesländern ist die Haltung von Königspythons durch Vorschriften zur Haltung sogenannter „potenziell gefährlicher Tiere“ reglementiert, obwohl aufgrund der geringen Körpergröße keine Gefahr von den Tieren ausgeht.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechtsbestimmung anhand äußerlicher Merkmale ist schwierig. Männchen besitzen längere Aftersporne; Weibchen werden meist größer und schwerer. Weitere Methoden zur Geschlechtsbestimmung wie „Poppen“ und Sondieren sollten aufgrund der Verletzungsgefahr nur von einem reptilienkundigen Tierarzt durchgeführt werden.

Verhalten

Die dämmerungs- und nachtaktiven Königspythons sind Einzelgänger. Eine dauerhafte Vergesellschaftung ungefähr gleich großer Tiere ist in der Regel unproblematisch.

Verhaltensgerechte Unterbringung

Für die Haltung eines erwachsenen Tieres sollte das Terrarium eine Größe von mindestens 130 x 70 x 70 cm besitzen. Eine dauerhafte Haltung in sogenannten Racksystemen ist nicht zulässig.

Als wechselwarme Tiere benötigen Königspythons ein Temperaturgefälle im Terrarium, das es ihnen ermöglicht, ihre optimale Körpertemperatur zu erreichen. Zu diesem Zweck wird außerhalb des Terrariums auf einer Seite eine Heizung installiert, um lokal begrenzt eine Erwärmung auf 33 °C zu gewährleisten. Auch der Einsatz von Wärmestrahlern ist möglich. Die Bodentemperatur im übrigen Terrarium sollte bei 26 - 28 °C liegen; in der Nacht sollte die Temperatur nur geringfügig sinken.

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei etwa 60 bis 80 % liegen und kann nachts auf 90 % ansteigen. Sie kann durch tägliches Besprühen des Terrariums mit lauwarmem Wasser oder den Einsatz einer Beregnungsanlage erzielt werden. Zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind präzise Thermo- und Hygrometer erforderlich.

Als Grundbeleuchtung eignen sich Leuchtstoffröhren; die Beleuchtungsdauer sollte 10 – 12 Stunden betragen. Die Beleuchtung muss unerreichbar für die Schlangen angebracht sein oder durch einen Gitterkorb gesichert werden (Verbrennungsgefahr!).

Die Terrarienwände sollten mit Kork o. ä. verkleidet sein. Als Einrichtung haben sich Etagen, stabile Felsaufbauten (auch Imitate), Wurzeln und/oder Äste sowie Korkröhren und andere höhlenartige Verstecke bewährt. Für jedes Tier muss mindestens eine Rückzugsmöglichkeit vorhanden sein und es muss immer ein leicht feuchtes Versteck („Wetbox“) zur Verfügung stehen.

Die Einrichtung muss sicher im Terrarium installiert sein, damit sich die Tiere nicht verletzen können. Das Vorhandensein ausreichend vieler rauer Oberflächen erleichtert den Tieren die regelmäßige Häutung. Die Tiere baden selten; dennoch gehört eine große Wasserschale zur Grundausstattung. Als Bodengrund eignet sich ein saugfähiges Substrat (z. B. Rindenmulch), das an einer Stelle immer leicht feucht sein sollte.

Ernährung

Königspythons ernähren sich hauptsächlich von Kleinnagern. Sie können meist mit Frostmäusen oder -ratten passender Größe gefüttert werden, welche vor dem Verfüttern schnell (beispielsweise in lauwarmem Wasser) aufgetaut und auf ungefähre Körpertemperatur (35 - 40 °C) gebracht werden. Bei Bedarf kann das Frostfutter mit geeigneten Präparaten vitaminisiert werden. Auf die Verfütterung lebender Futtertiere sollte aus Tierschutzaspekten sowie der Gefahr von Bissverletzungen durch die Nager verzichtet werden. Frisches Wasser muss ständig zur Verfügung stehen.

Werden mehrere Tiere im Terrarium gehalten, sollten die Tiere zum Fressen einzeln in Boxen gesetzt oder während der Fütterung beaufsichtigt werden. Nach der Fütterung benötigen die Tiere unbedingt mehrere Tage Ruhe und sollten nicht gestört werden.

Achtung: Bei Jungtieren ist eine Fütterung alle 1 - 2 Wochen angemessen; bei älteren Exemplaren kann das Fütterungsintervall auf 3 - 4 Wochen verlängert werden. Ältere Tiere legen auch gelegentlich Fresspausen ein, die mehrere Monate andauern können. Um den Ernährungszustand zu kontrollieren und Fütterungsmenge/-intervalle abschätzen zu können, sollten die Tiere regelmäßig gewogen werden. Erwachsene Tiere dürfen – auch während der Ruhephasen – nicht nennenswert an Gewicht verlieren.

Achtung: Jungtiere bereiten häufig Probleme bei der Futteraufnahme; daher ist beim Kauf darauf zu achten, dass die Jungtiere Frostfutter gut annehmen.

Pflege

Futterreste, Häutungen und Kot müssen täglich entfernt werden. Wasserschalen sollten ebenfalls täglich gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt werden.

Der Gesundheitszustand der Tiere muss täglich kontrolliert werden. Häufig bei Königspythons auftretende Gesundheitsprobleme sind Entzündungen der Atemwege, Hautpilze, Häutungsschwierigkeiten, Hautmilben, Fressstörungen, Verfettung, Bewegungsstörungen sowie Kot- und Schleimhautveränderungen. Bei Auffälligkeiten muss ein reptilienkundiger Tierarzt hinzugezogen werden. Einmal jährliche Kotuntersuchungen auf Endoparasiten sind empfehlenswert.

Zur Darmflora von Königspythons gehören auch Salmonellen, welche für die Tiere harmlos sind, aber beim Menschen zu Erkrankungen führen können. Durch Hygienemaßnahmen (gründliches Händewaschen u. ä.) kann eine Ansteckung vermieden werden.

Eingewöhnung und Umgang

Reptilen sind reine Beobachtungs- und KEINE Streicheltiere! In den ersten Tagen in ihrem neuen Heim benötigen die Tiere daher entsprechend Ruhe, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen.

Die Tiere sollten nur bei Bedarf gefangen werden. Königspythons ziehen sich bei drohender Gefahr zu einer Kugel zusammen. In sehr seltenen Fällen können sie aber auch empfindlich zubeißen; bei aggressiven Exemplaren empfiehlt sich das Handling mit Hilfe von Handschuhen und/oder einem Schlangenhaken.

Besonderheiten

Farbzuchten mit reduzierter Pigmentierung (z. B. Albinos) können erhöhte Lichtempfindlichkeit aufweisen. Aus Tierschutzgesichtspunkten sind Varianten mit reduzierter Beschuppung („Derma Balls“), fehlenden Labialgruben oder genetisch bedingten Bewegungsstörungen („Wobbeln“) bedenklich.